naturpur-fotografieby Norbert Arndt

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Pflanzen im Moor

Hochmoore werden auch als Armmoor oder Regenmoor bezeichnet. Sie sind ausschließlich regenwasserernährt (ombrotroph) und damit sauer und sehr nährstoffarm (oligotroph). Sie verfügen über nur geringe Gehalte an Stickstoff und anderen Nährstoffen und zeichnen sich durch hohe Kohlenstoffgehalte im Torf aus. Die pH-Werte liegen zwischen 3 und 4,8. Die typische Pflanzenwelt besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen. Hochmoore entwickeln sich häufig auf Niedermooren aber auch ohne vorherige Niedermoorbildung direkt auf mineralischem Untergrund. Regenmoore lassen sich auch hinsichtlich der ökologischen Bedingungen relativ klar von allen anderen Moortypen abgrenzen. Die extreme Nährstoffarmut, der niedrige pH-Wert und die permanente Wassersättigung der Hochmoorlebensräume bedingen eine hochspezialisierte einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl gefährdeter Arten.

Hier möchte ich euch einige wichtige Arten vorstellen:

Glocken-Heide (Erica tetralix)

Die Glocken-Heide (Erica tetralix), auch Moor-Glockenheide genannt, gehört zu den Heidekrautgewächsen (Ericaceae). Wie die Besenheide bnötigt sie sehr sauren Boden um zu gedeihen. Sie erreicht eine Höhe von 15 und 50 Zentimetern. Ihre Blütezeit liegt im Frühjahr von Mai bis Juli und ist sehr wichtig als Nahrungsquelle für die Hoochmoorspezialisten unter den Tagfaltern, w.z.B. der Hochmoorperlmutterfalter, das Große Wiesenvögelchen und der Hochmoorbläuling.

Beinbrech Beinbrech

Beinbrech (Narthecium ossifragum)

Der Beinbrech oder auch Moorlilie genannt wächst auf sauren, torfigen Moorböden und ist sehr selten. Diese Art braucht hohe Luftfeuchtigkeit. Der Name Beinbrech rührt daher, dass die Pflanze für Knochenbrüche beim Weidevieh verantwortlich gemacht wurde. Der Beinbrech war früher auch im Magergrünland häufig. Der fehlende Kalkgehalt im Boden führte zu einer unzureichenden Knochenbildung und damit häufig zu Knochenbrüchen.

Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)

Die Gewöhnliche Moosbeere ist ein immergrüner, fadenförmig niederliegend wachsender Zwergstrauch. , dessen Stängel bis zu einen Meter weit kriechen können. Sie wird etwa zwei bis sechs Zentimeter hoch. Die Blätter sind ledrig, elliptisch bis lanzettlich mit der größten Breite am Grund. Sie sind oberseits dunkelgrün, unterseits weißlich grün, ganzrandig und mit zur Spitze hin umgerollten Rand und kahl. Sie werden fünf bis zehn Millimeter lang.

Die rosafarbenen, endständigen Blüten sitzen zu ein- bis viert auf bis zu fünf Zentimeter langen Blütenstielen. Diese hat zwei rote, ein bis zweieinhalb Millimeter lange Vorblätter. Die Krone der Blüten wird fünf bis sieben Millimeter lang und hat vier bis fünf zurückgeschlagene Zipfel. Die Früchte erreichen bis zu achtzehn Millimeter im Durchmesser.

Die Pflanze blüht von Mai bis August.

Scheidige Wollgras (Eriophorum vaginatum)

Das Scheidige Wollgras gehört zu der Familie der Cyperaceae und ist im Moor sehr häufig anzutreffen. Es gedeiht im nassen Moorboden. Die Blüte selbst ist unscheinbar. Nach der Blüte verlängern sich die Hüllfäden der Blütenhülle zu einem weißen Wollschopf, welche kennzeichnend für die Wollgräser sind. Große Flächen sind oftmals von diesen Fruchtständen bedeckt und hüllen das Moor im weißen Kleid.

Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)

Das Gefleckte Knabenkraut kommt auf feuchten Magerrasen, in feuchten Nieder- oder Hochmooren und in lichten Wäldern vor. Die Art ist kalkmeidend und bevorzugt leicht saure Standorte. Im Moor ist sie meist in größeren Gruppen anzutreffen oft in Gesellschaft mit dem Beinbrech.

Ihre Hauptblütezeit ist der Juni.

Diese Orchideenart ist äußerst selten und kommt wohl nur in Norddeutschland vor.

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Der Rundblättrige Sonnentau kommt fast überall auf der nördlichen Halbkugel vor. Er benötigt einen vollsonnigen und nassen Standort im sauren Torfboden. In intakten Hochmooren ist er noch relativ häufig zu finden, wird jedoch durch die Trockenlegung der Moore gefährdet.

Die tragen kleine Fangblätter. Die Blätter sind jeweils mit rund 200 haarfeinen rötlichen Tentakeln besetzt, die an ihrem Ende ein klebriges Sekret ausscheiden, das zum Fang der Insekten dient. Mit diesen Blättern fängt der Rundblättrige Sonnentau zumeist kleine Insekten. Das Sekret zersetzt die Insekten um die Nährstoffe aus ihnen auf zu nehmen.

Der Rundblättrige Sonnentau blüht von Juni bis August an ca. 10- 30 cm hohen Blütenstielen mit kleinen weißen Blüten an einseitigen Trauben bis 25 Einzelblüten.

Mittlerer Sonnentau (Drosera intermedia)

Der Mttlere Sonnentau unterscheidet sich vom Rundblättrigen Sonnentau durch die ovalen Blätter. Zudem wächst er meist nur auf völlig offenem Torfboden oder im Torfmoos ohne unmittelbare Pflanzengesellschaft. Er ist im Moor wesentlich seltener zu finden als der Rundblättrige Sonnentau.

Langblättriger Sonnentau (Drosera anglica)

Der Langblättrige Sonnentau ist äußerst selten und ausschließlich in intakten Hoochmooren zu finden. Man erkennt ihn an den wesentlich längeren Blättern. Ihre Blütezeit liegt im Juni und Juli.

Besenheide (Calluna vulgaris)

Die Besenheide (Calluna) vulgaris ist die einzige Art der monothypischen Gattung Calluna und ist eine Charakterart des 1. Degenerationsstadiums bei Entwässerung eines Moores. Sie gedeiht auf dem sauren Boden und hüllt das Moor im August bis Septemeber mit ihren Blüten in rosa Tönen. Sie ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen von einer Vielzahl von Insekten und Schmetterlingen.

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